W.E.: Offizieller Trailer (2011), courtesy by YouTube™
Da ist es nun also Madonnas brand-neues Album MDNA. Vorab: Ich find’s gut! Okay, I’m Addicted sucks, aber sonst genial. Bin überrascht, wie sie es wieder schafft, neu klingende Songs zu kreieren und “alten” Sounds Leben einzuhauchen. So klingt bspw. Masterpiece voll nach Madonna. Klar, dass sie den dann dem W.E. Soundtrack spendiert. Der Film kommt bei uns am 20. Juni 2012 in Kinos. In W.E. erzählt Madonna als Regisseurin die Geschichte rund um die Affäre des britischen Königs Edward VIII (James D’Arcy) mit der US-Amerikanerin Wallis Simpson (Andrea Riseborough), die zur Abdankung des Monarchen führte. Offiziellen Trailer habe ich mal rausgesucht, in der IMDB wird er mit aktuell 4,7 Sternen eher mäßig bewertet. Ich finde es immer lustig, wenn bereits gevotet wird, obwohl den Film so noch gar niemand gesehen hat. Die paar Teilnehmer auf diversen Film Festivals mal außen vor.
Tja, und viel mehr weiß ich zum Film auch nicht, weswegen ich wieder bei MDNA bin. Es ist meiner Meinung heute eine Unart , von jedem Album oft mehrere Versionen zu veröffentlichen, etwa eine Standard und Deluxe Edition. Digital gibt’s dann meistens noch mehr Varianten. Ich hab mich für die digitale MP3 Deluxe Edition entschieden. Diese enthält neben den 17 Tracks der “normalen” Deluxe noch exklusive den Justin Cognito Remix von Girl Gone Wild als Bonus. Ich kann jedenfalls MDNA allen Fans empfehlen, was nicht selbstverständlich ist. Etwa die letzten Alben in Zusammenarbeit mit Warner Bros. Records fand ich nicht toll.
Whitney Houston: One Moment in Time (Grammy Awards Live, 1989), courtesy by YouTube™
Einige Nächte drüber geschlafen, bevor ich mich dazu entschließen konnte, aus aktuellem traurigen Anlass heute Bodyguard als cine moment zu bringen. Denn Contra zu Anderen, die sofort nach dem Tod von R&B- und Soul-Diva Whitney Houston in Vermarktung ihrer Songs gingen, finde ich es pietätlos damit schnelle Euros verdienen zu wollen. Als Whitney noch lebte, hat es augenscheinlich niemanden interessiert, wie es ihr so ging und ihre Muce war in der Versenkung verschwunden. Auch als sie 2009 ein Comeback versuchte, hagelte es vor allem viel negative Kritik. Meine Begeisterung damals hielt sich zwar auch “bissle in Grenzen”, abgewatscht habe ich nicht. Im Gegenteil, ich hoffte, dass sie noch mal die Kurve bekommt. Doch nun hat jahrelanger Alkohol- und Drogenmissbrauch seinen Tribut gezollt. Dabei fing in den 80ern mit ihrem Debütalbum Whitney Houston alles gut an, es gehört zu den erfolgreichsten Debüts, das je einer Künstlerin gelang. Direkt danach schloss sich das Album Whitney mit u.a. I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me) an, das kennt eigentlich jeder. Mit One Moment in Time, dem Titelsong der NBC-Übertragungen der Olympischen Spiele in Seoul, sang sich Houston 1988 an die Spitze der Welt. Am Ende gehört Whitney Houston lt. Wiki mit über 170 Millionen verkauften Tonträgern und über 200 Gold-, Platin-, Silber-, und Diamantschallplatten sowie sechs Grammys zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Glücklich hat sie das anscheinend nicht gemacht, was mich nun zu Bodyguard bringt:
Whitney spielt darin die aufstrebende Sängerin Rachel Marron, die von einem Stalker gejagt wird. Was sie anfangs nicht weiß, denn Bill Devaney (Bill Cobbs), ein guter Freund, verschweigt es ihr. Er will sie nicht wegen so Drohbriefen verunsichern und engagiert trotzdem für ihre und Sohn Fletchers Sicherheit den ehemaligem Secret Service Agenten Frank Farmer (Kevin Costner) als Bodyguard. Der kommt mit Rachels Charakter nicht klar, aber bekanntlich ziehen sich Gegensätze an. So lässt nach kleiner Romanze die erste Liebesnacht nicht lange auf sich warten, gefrustet von seiner eigenen Unprofessionalität nimmt Frank danach aber schnell Abstand zu seiner “Klientin”. Das stachelt Rachel so richtig auf, sie macht was sie will, erst recht, nachdem sie mit ihrem Song I Have Nothing für den Oscar® nominiert wird. Sicherheit spielt keine Rolle mehr. Doch dann belästigt sie der Stalker telefonisch, sie hat Angst und ihr wird der Ernst der Lage bewusst. Sofort sagt sie alle Konzerte ab und fährt mit Familie und Schwester Nicki, zu Franks Vater Herb (Ralph Waite) weit weg von allem in die Berge. Auch da ist sie nicht sicher, denn es geht längst nicht mehr nur ums Stalking, ihr Verfolger will sie tot sehen…
Alan Silvestri: Theme from The Bodyguard, courtesy by YouTube™
Bodyguard habe ich gestern seit vielleicht fünfzehn Jahren mal wieder geguckt und ich finde ihn trotz negativer Bewertungen noch immer gut. Es ist einer der Filme, neben E.T., der mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Er ist für mich zeitlos, ich verbinde schließlich meine Teenager-Jahre damit. Der Soundtrack ist damals einfach hoch und runter gelaufen. Dabei fand ich I Will Always Love You gar nicht so toll, mein Song ist bis heute I Have Nothing.I’m Every Woman ist auch stark. Schon damals war ich mehr Score als Soundtrack Collector. Alan Silvestri Theme from The Bodyguard ist grandios und würdig, um mich von ihr zu verabschieden – RIP and thanks for all Whitney.
Underworld 4: Awakening Promo (2011), courtesy by YouTube™
Ob du am 2. Februar im Kino “erwachst”, weiß ich nicht. Wohl aber, dass dann der vierte Underworld Streifen bei uns startet. In den Staaten setzte sich Awakening mit 9,4 Millionen Dollar Einnahmen zum Start am 20. Januar 2012 direkt an die Spitze der Kinocharts und ließ George Lucas Red Tails ziemlich blutleer auf Platz 2 zurück. Na ja, macht ja nichts, Red Tails räumte immer noch 6 Millionen Dollar ab. Was ja nichts heißt, kommerziell erfolgreich muss für mich nicht gleich “gut” heißen. Wie auch immer hier der aktuelle Trailer und mein Original Underworld cine moment (25.02.2009):
Am 22. Februar 2009 (bei uns in der Nacht zum Montag) wurden zum 81. Mal die Academy Awards im Kodak Theatre in Los Angeles verliehen. Wenn ich nicht irre, war ProSieben zum zehnten Mal live ab 1:00 Uhr dabei. Ehrlich: Ob Brangolina einen Oscar® bekommt, interessiert mich sprichwörtlich so viel wie "wenn in China ein Reissack umfällt". Und so war ich zum ersten Mal nicht live bei als es hieß And the Oscar®goes to… So gut wie 1999, unter der Moderation von Whoopi Goldberg, hat mir ohnehin keine Oscar®-Verleihung mehr gefallen. Und so schön gefreut über den Oscar®, wie Roberto Benigni für seine Regiearbeit bei Das Leben ist schön, hat sich seitdem auch keiner. Ich verweise daher gern zur Wikipedia – nur falls Du wissen willst, wer 2009 die Oscars® abgegrast hat.
Bei den cine moments habe ich heute einen meiner Genre-Filmfavoriten rausgesucht, der garantiert nie für den Academy Award nominiert würde : Underworld (auf DVD & Blu-ray bei ) ist ein düsterer Streifen über die Jahrhunderte-andauernde Fehde zwischen Vampiren und Lykanern. Ein Bezug zu Buffy & Co. aus meinen teenage Serienjahren sollte aber lieber nicht konstruiert werden. Der Extended Cut hat keine Jugendfreigabe. Die Story. Selene, gespielt von der rattenscharfen Kate Beckinsale, entdeckt das Interesse der Lykaner an dem Assistenzarzt Michael. Obwohl sie Kraven – Anführer des Vampirclans – darüber in Kenntnis setzt, schenkt der dem Umstand keine Bedeutung. Selene rettet Michael schließlich vor den Werwölfen, kann aber nicht verhindert, dass er gebissen wird. Als auch das Kraven nicht interessiert, erweckt sie in ihrer Verzweiflung den mächtigen Vampirältesten Viktor. Dieser hatte sie einst zur Blutsaugerin gemacht, damit sie ihre angeblich von Lykanern getötete Familie rächen kann. Da aber Marcus (anderer Vampirältester) an der Reihe wäre, erwacht zu werden, wird Selene für ihre Missachtung der Herrschaftsfolge unter Hausarrest gestellt. Durch ihre selbstgerechte Entscheidung ändert sie das Gleichgewicht in den Machtverhältnissen im ewig dauernden Krieg zu Gunsten der Werwölfe. Das hat Folgen…
Zum Underworld Score. Der ist meiner Meinung bestenfalls Mittelmaß. Paul Haslinger gelingt in wenigen Tracks die Atmosphäre musikalisch angemessen zu untermalen. Persönlich fehlt mir einfach der Wiedererkennungswert, da Haslinger irgendwie auf ein Theme verzichtet. Am Besten hat mir Eternity and a Day gefallen, da es am Ehesten einem Underworld-Theme entspricht.
Nach Underworld gab es 2006 mit Underworld: Evolution eine Fortsetzung, die dem Original nicht ebenbürtig ist. Die Prequel Underworld – Aufstand der Lykaner kommt morgen in die deutschen Kinos. Rhona Mitra, Boston Legal Fans sicher noch bekannt als Tara, spielt darin übrigens Viktors Tochter Sonja.
Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Und das auch wenn uns im Dezember 2012 der Weltuntergang bevorstehen sollte. Zumindest, wenn man den Berechnungen der Maya glaubt. Doch bevor es soweit ist, wird 2012 ein absolutes Cine- und 80er-Jahr. Noch nie wurden so viele 80er Fortsetzungen wie für 2012 angekündigt. Ob nun Stirb langsam 5, Beverly Hills Cop 4 oder Ghostbusters 3. Nicht ganz 80er das Highlight ist natürlich Ice Age 4 – Voll verschoben. Twentieth Century Fox Film Corporation hat bereits Ice Age 4 Webseite und neuen Trailer on gestellt.
ZZ Top: Gimme All Your Luvin, courtesy by YouTube™
Nach langer Pause gibt’s 2012 auch eine neue Single von Modonna. Ein 31jähriger Spanier hat deswegen schon richtig Ärger. Ihm wird vorgeworfen, Gimme All Your Luvin schon jetzt im Internet verbreitet zu haben (siehe T-Online News). Ich habe bisher noch nichts davon gehört, handelt es sich aber um ein Cover des 80er ZZ Top Burners, könnte die Single ein Knaller werden. Madonna wird im Februar 2012 in den USA beim größten amerikanischen Sportereignis des Jahres auftreten und wahrscheinlich die Single performen.
Überhaupt scheint 2012 die Zeit ein bisschen zurückzudrehen. Kein Wunder: Die 80er sind die 80er und zumindest Serien-bezogen unerreicht. Danach wurden keine “echten” Kultserien mehr produziert. In den 90ern fällt mir bspw. nur The X-Files (Akte X) ein, welches als Kultserie durchgehen könnte. Das 21. Jahrhundert hat bis jetzt zwar jede Menge Serien am Start, richtig Kult ist da aber keine. Egal, das war dann fast 2011, rutscht gut rein, bevor es ganz OT wird.
Der angekündigte 90er cine Klassiker muss noch ein bisschen warten. Denn der Sender CBS gehört für mich neben FOX zu den Wichtigsten. Umso erstaunter war ich, dass die jetzt auch Filme produzieren. 2007 gegründet, feierte CBS Films mit Ausnahmesituation (Extraordinary Measures) im vergangenen Jahr sein Debüt. Da ich den Film in kürzester Zeit jetzt schon einige Male gesehen habe, ist er heute mein cine moment. Um das gleich vorweg zu nehmen: Kommerziell gesehen, war er kein Erfolg. Ist mir aber egal, was interessiert mich, was die breite Masse guckt .
“Ausnahmesituation”-Trailer (2010), courtesy by YouTube™
Johns (Brendan Fraser) zwei jüngsten Kinder, Megan und Patrick, leiden an der unheilbaren Krankheit Morbus Pompe. Die Lebenserwartung liegt bei etwas über neun Jahren. Megan feierte soeben ihren achten Geburtstag und muss bald darauf mit schwerer Erkältung ins Krankenhaus. Dort kämpfen die Ärzte, aber auch Megan selbst, um ihr Leben. Tief berührt davon, kann John dieses Ereignis nicht gut verarbeiten. Er sucht verzweifelt nach Experten auf dem Gebiet der Morbus Pompe Forschung. Im Web wird er auf Dr. Robert Stonehill (Harrison Ford) aufmerksam. Dieser forscht an der University of Nebraska-Lincoln und verfolgt den vielversprechendsten Ansatz zur Behandlung der Krankheit – in der Theorie. Kurzerhand stürmt John bei seinem Arbeitgeber einfach aus einem Meeting und macht sich auf nach Nebraska. Dort angekommen, stellt er schnell fest, dass Stonehill ein sehr exzentrischer Kauz ist, der aber keinen Zweifel daran lässt, dass sein Ansatz der Richtige ist. Ihm fehlen allein die Gelder für Forschung und Studien. John stellt ihm mal eben die unglaubliche Summe von 500.000 US-Dollar, Geld was er gar nicht hat, in Aussicht. Stonehill willigt ein, ihm zu helfen und besucht Johns Familie. Bob hat da längst Johns finanzielle Situation gecheckt und ist beeindruckt, wie viel Geld er in nur vier Wochen trotzdem auftreiben konnte. Beide beschließen, ihr eigenes Biotech-Unternehmen zu gründen. Ohne die Hilfe großer Pharma-Giganten geht es aber nicht. Sie müssen als Investoren Geld “vorschießen”. Denn bis ein Arzneimittel zugelassen werden kann, müssen viele Forschungsstunden und klinische Studien vorfinanziert werden. Der Film erzählt nach einer wahren Begebenheit, wie sich John und Bob durch die Mühlen der Betriebswirtschaft quälen. Denn für die Pharma-Industrie zählt Renditefaktor. Bis das entscheidende Enzym zur Behandlung gefunden wird, hat ihr kleines Biotech-Unternehmen zwei große Investoren und wird am Ende ganz “geschluckt”. Auch wenn John bei Zymagen, so heißt das große Pharma-Unternehmen, noch als Leiter des Morbus Pompe Teams eingesetzt ist, hat er eigentlich nichts so wirklich zu melden. Und ist um schockierter, als endlich erste klinische Studien starten können, Zymagen nur eine Säuglingsstudie aufstellt…
Den Film-Score komponierte Andrea Guerra, für mich ein grundsolides Machwerk à la Das Streben nach Glück. Kurzum: Mir gefällt er, wie der Film insgesamt. Mag sein, dass er nicht zu den Meilensteinen gehört, dennoch ist Ausnahmesituation insbesondere durch Fraser und Ford gut in Szene gesetzt. Klar, die Story drückt hier und da auf die Tränendrüse, ist aber nicht schlimm. Denn sie beruht auf einer wahren Begebenheit, kein Grund, um auf dramatisches Hollywood-Kino zu verzichten.
John Williams: E.T. – Adventure on Earth, courtesy by YouTube™
Vor fast drei Jahren war E.T. – The Extra-Terrestrial mein zweiter cine moment. Der Film ist und bleibt mein Spielberg-Favorit. E.T. gehört meiner Meinung endlich auf BD, denn der kleine Außerirdische, der immer nach Hause telefonieren wollte, sollte Teil jeder Cineasten-Sammlung sein. Da hatte Steven Spielberg wenigstens noch Geschichten zu erzählen. Seine neueren Werke sind eher Mittelmaß. Indy 4 bspw. war einfach enttäuschend. Im Gegensatz zu manch anderen Fans konnte ich Das Königreich des Kristallschädels™ aber noch begrenzt Kreativität abgewinnen. Steven und Goerge bemühten sich sichtlich, die Jones-Story “irgendwie” weiterzuerzählen. So soll der fünfte Teil 2013 in die Kinos kommen. Na warten wir mal ab, vielleicht hat Harrison Ford bis dahin auch keinen Bock mehr, wer weiß das schon.
Zurück zu E.T., denn anscheinend hatte ein Tuber Spass daran, Score-Fans eine Freude zu machen. Heute habe ich doch wirklich das Adventure on Earth Original von 1982 wieder entdeckt. John Williams hat damit den für mich besten Score aller Zeiten komponiert. Hör dir das mal an, bevor wieder die GEMA, oder so, erbarmungslos zuschlägt. Mir geht da heute noch das auf – ein Meisterwerk 4ever. Seit Jahren gibt’s sonst nur die 2002 remasterte Fassung von Adventure on Earth auf die Ohren.
Heute werde ich das Niveau des Blogs mal bisschen anheben und als Infotainment neben den Filmnews einige Infos zu “der Eisernen Lady” Margaret Thatcher mit veröffentlichen. Sie ist eigentlich studierte Chemikerin und legte Anfang der 50er mit einem Studium der Rechtswissenschaften nach. Ab 1951 arbeitete sie kurze Zeit als Anwältin für Steuerrecht. Zuvor verlor sie zum ersten Mal bei den Unterhauswahlen im Vereinigten Königreich. 1959 wurde sie dann als Kandidatin der Conservative Party für den Wahlkreis Finchley, im Norden Londons, ins Unterhaus gewählt. Sie stieg schnell zur Parlamentssekretärin im Ministerium für Sozialversicherungen auf. Ab 1970 wurde sie Kultus- und Wissenschaftsministerin, in dessen Funktion sie die Gratismilch an Primarschulen abschaffte. Das brachte ihr den Spitznamen “milk snatcher” (Milchräuberin) ein. Ab 1975 wurde sie zur Vorsitzenden der Conservative Party gewählt, was sie 1979 schließlich zum britischen Premiers (heute David Cameron) machte. Damit war die Thatcher wahrscheinlich bis heute die politisch-mächtigste Frau.
Parallelen zu Angela Merkel sollte man meiner Meinung besser nicht ziehen. Maggie Thatcher hat sich ihren Platz im Geschichtsbuch verdient. Das würde ich bei Kanzlerin Merkel nicht unterschreiben, denn ich kann eigentlich nicht erkennen, für was sie und ihre Politik seit 2005 so steht. Das kann heute so und morgen so sein. Die Thatcher dagegen vertrat mit ihrer Wirtschaftspolitik sog. Thatcherismus und Inflationsbekämpfung klare Linien. Während ihrer Amtszeit wurde eigentlich alles privatisiert, was nicht niet- und nagelfest war. Dies sorgte dafür, dass die Arbeitslosigkeit explosionsartig anstieg und viele Briten augenscheinlich ärmer und Wenige reicher wurden. Maggie, völlig unbeirrt, hielt als überzeugte Anti-Kommunistin trotzdem an ihrem Kurs fest. Bereits 1976 tauften sie deshalb Sowjetische Medien wegen ihres Widerstands gegen den Kommunismus zur “eisernen Lady”. 1984 erreichte sie unter dem Motto “I want my money back” den bis heute gültigen Sonderstatus für das Vereinigte Königreich, dem sog. “Britenrabatt” zur Finanzierung der EU. 1989 setzte sie schließlich mit der personenbezogenen Kopfsteuer noch Einen drauf. Dies führte zu heftiger Kritik und zu teils gewalttätigen Demonstrationen, da künftig jeder Steuerpflichtige den gleichen absoluten Steuerbetrag – ohne Berücksichtigung persönlicher Verhältnisse wie Einkommen, Vermögen, Familienstand, Leistungsfähigkeit, usw. – zahlen sollte. Und auch im Prozess der deutschen Wiedervereinigung schoss sie quer. Sie lehnte es ab, dass sich (Nazi)-Deutschland wiedervereint. Sie bestand deshalb auf der Anerkennung der Nachkriegsgrenzen durch Deutschland, was schließlich im Zwei-plus-Vier-Vertrag festgelegt wurde. Durch dessen Unterzeichnung am 12. September 1990 in Moskau wurde der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands erst frei.
Ihre politische Karriere neigte sich derweil dem Ende zu. Da waren die Arbeitslosenzahlen trotz Kritik an ihrer Steuerpolitik am Sinken. Die britischen Abgeordneten hatten deshalb wahrscheinlich nicht genügend Arsch in der Hose und wählten die Thatcher in Abwesenheit (sie befand sich auf dem KSZE-Gipfel in Paris) als Vorsitzende der Conservative Party ab. Danach erklärte sie nach einzelner Befragung aller Kabinettsmitglieder am 22. November 1990 ihren Rücktritt. Ihr Nachfolger im Amt des Parteivorsitzenden und britischen Premiers wurde John Major. Margaret Thatcher war mit Ronald Reagan befreundet und reiste 2004 letztmalig zu dessen Beerdigung in die Staaten. Mitte 2008 wurde durch ihre Tochter Carol bekannt, dass sie inzwischen an fortgeschrittener Demenz leidet.
Die Familie Thatcher soll der Zeitung Daily Telegraph zufolge deswegen auch “entsetzt” gewesen sein, als der Inhalt des Drehbuchs zu The Iron Lady bekannt wurde. Demnach soll die Thatcher als demente, mit sich selber sprechende Frau gezeigt werden, die mit Reue auf ihr Leben und ihre politische Karriere zurückblickt. Die Filmemacher wiesen das unterdessen zurück. “Es ist richtig, dass der Film in der jüngeren Vergangenheit spielt und dass Baroness Thatcher sowohl auf die Triumphe als auch die Tiefen ihrer außergewöhnlichen Karriere zurückblickt”, sagte Cameron McCracken von der Produktionsfirma Pathé dem “Daily Telegraph”. “Es ist ein Film über Macht und den Preis, den man für Macht zahlt.” Der Kinostart mit Meryl Streep als Maggie Thatcher ist für den 12. Januar 2012 geplant. Gespannt blicke ich dem Film entgegen, denn sie ist für mich eine interessante Persönlichkeit. Auch wurde ihr von US-Präsident George H. W. Bush die Freiheitsmedaille (The Presidential Medal of Freedom), die höchste zivile US Auszeichnung – ebenso wie jüngst Kanzlerin Merkel von US-Präsident Barack Obama – verliehen. Außerdem ist sie Trägerin des Hosenbandorden, höchster Orden Englands, sowie Ehren- und einziges weibliches Vollmitglied des renommierten Carlton Clubs.
Choonami: “The Thatcher Song” (Parodie, 2011), courtesy by YouTube™
Clickert man sich ein bisschen bei YouTube™ durch, kann man nicht schlecht staunen, wie präsent sie heute noch ist. Viele Reden stehen zum Abruf. Mit “The Thatcher Song” hat Choonami eine Parodie mit Bassdrums on gestellt, die ihre Politik gegen den “Sozialismus” in einem kontroversen Bild zeigt. “We have to hate the rich it’s a Marxist’s guarantee!” Komisch, wie sich die linken Schwachomaten Slogans von gestern und heute ähneln! Da weiß man gar nicht, ob man lachen oder heulen soll. Ich schreib ja nicht, dass die Thatcher alles richtig gemacht hat, aber das Experiment “Sozialismus” hatten wir schon, war irgendwie auch nicht so der Bringer…
Nachtrag. Wie man unschwer erkennen kann, wurde der Marxist-Slogan nachträglich parodistisch eingefügt. Ich schreib das mal lieber noch dazu, nicht das es zu Missverständnissen kommt! Denn in Zeiten von “Bauer sucht Esel” und “Hodenessen”-TV kann man sich völlig wertfrei nie ganz sicher sein, was den Hirnschmalz der MitleserInnen angeht. Auch wenn ich natürlich von ausgehe, intelligente BesucherInnen zu haben .
Zeit für meinen Lieblingsfilm mit Jean Reno. 1994 spielt er an der Seite der jungen Natalie Portman (Mathilda) den analphabetischen Auftragskiller Léon. Nachdem sein Gegenspieler DEA-Agent Norman Stansfield (Gary Oldman) die ganze Familie von Mathilda eiskalt ermordet, wird Léon eher unfreiwillig ihr Beschützer. Sie bringt ihm das Lesen und Schreiben, er ihr das Töten bei. Schnell wird Léon zu einem Ersatzvater, beide werden unzertrennlich. Mit jedem Auftragsmord mischen sie sich mehr und mehr in Normans schmutzige Drogengeschäfte. Selbst drogenabhängig nimmt Norman das persönlich, weiß da aber noch nicht, wer dahintersteckt. Doch als Mathilda beschließt, für ihre Familie tödliche Rache zu nehmen, dämmert es ihm. Mit Polizei- und Sonderkommando ausgerüstet, nimmt er die Verfolgung auf, um die Beiden endgültig zu liquidieren…
Éric Serra: Two Ways Out (1994), courtesy by YouTube™
Luc Besson vereint in Léon Action und ein dramatisch-romantischen Buddy-Movie. Léon und Mathilda könnten unterschiedlicher nicht sein und ergänzen sich zugleich perfekt. Auch wenn Natalie als Senatorin Padmé Amidala in Star Wars™ oder als Nina Sayers in Black Swan gut spielte, werde ich sie immer in der Rolle der Mathilda sehen. Es ist halt so und ich finde den Film einfach gut.
Den Film-Score komponierte der Franzose Éric Serra. Dieser ist vielleicht kein musikalischer Meilenstein der Filmgeschichte, aber dennoch sehr gelungen, meiner Meinung. 2010 ist Léon nun auch auf BD erschienen, der Film gehört einfach in jede Cineasten-Sammlung .