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Konrad Adenauer: Weg zum Kölner Oberbürgermeister (1)

 

Emma & Konrad AdenauerKonrad Adenauer stammte aus einfachen Verhältnissen. Seine Vorfahren lebten größtenteils in der ländlichen Umgebung Bonns. Sein Vater, zunächst preußischer Soldat, brachte es am Kölner Appellationsgerichtshof (dem heutigen Oberlandesgericht) zum obersten Sekretär mit dem Titel Kanzleirat. Verheiratet war er mit Helene geborene Scharfenberg und hatte vier Kinder: August (Rechtsanwalt, 1872 - 1952), Hans (Domkapitular in Köln, 1873 - 1937), Konrad (1876 - 1967) und Lilli (1879 - 1950). Eine weitere Schwester starb 1882 kurz nach ihrer Geburt.

Zur Kindheit und Jugend von Adenauer gibt es nicht so viel zu berichten. Er schlägt nach der Schule ein Juri-Studium ein und beendet es 1901 mit dem zweiten Staatsexamen. Drei Jahre später, 1904, heiratete Konrad Adenauer Emma geborene Weyer, die schon 1916 im Alter von nur 36 Jahren starb. 1919 heiratet er seine zweite Frau Gussie. Aus beiden Ehen hatte er sieben Kinder: Konrad, Max, Ria, Paul, Lotte, Libet und Georg.

Foto: © Konrad Adenauer Stiftung


Schon sehr früh engagierte er sich politisch und wurde 1906 Beigeordneter der Stadt Köln. Ab 1909 war er sogar erster Beigeordneter, was ihm eine politische Karriere bescheren sollte. In den Wirren des Ersten Weltkrieges wählte man Adenauer 1917 zum Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Köln. In diesen Jahren, die er im Rückblick oft als die schönste Zeit seiner politischen Laufbahn bezeichnete, konnte er vieles verwirklichen, was er sich bei seinem Amtsantritt vorgenommen hatte. Lebendige Zeugnisse aus dieser Zeit sind u. a. der Grüngürtel, die Wiedereröffnung der Universität, die Messe, das Müngersdorfer Stadion, die Mülheimer Brücke und die Niehler Hafenanlagen. Weit über Köln hinaus bekannt wurde Adenauer nicht nur als erfolgreicher Kommunalpolitiker, sondern u. a. als Präsident des preußischen Staatsrates und mehrfacher Kandidat für das Amt des Reichskanzlers. Dann ergriffen die Nazis die Macht und vertrieben Adenauer im März 1933 aus dem Amt des Oberbürgermeisters. Zunächst (1933/34) hielt er sich für knapp ein Jahr in der Abtei Maria Laach in der Eifel auf. Anschließend (1934/35) wohnte er mit seiner Familie in Potsdam-Neubabelsberg, wo er im Gefolge des Röhm-Putsches verhaftet und für kurze Zeit gefangen genommen wurde.

Im Frühjahr 1935 zog er mit seiner Familie nach Rhöndorf. Er bewohnte ein gemietetes Haus, bevor er - im Dezember 1937 - in den Neubau am Zennigsweg 8 einziehen konnte. Rhöndorf, das er aus früheren Besuchen kannte, bedeutete für den aus Köln vertriebenen Konrad Adenauer zunächst eine Art inneres Exil, das im Verlauf der folgenden Jahre zur zweiten Heimat wurde. Seine Verbindungen zu den hier lebenden Menschen waren vielfältig. Politisch stand er während dieser Jahre bei der nationalsozialistischen Diktatur unter Beobachtung. Beweis dafür war seine zeitweilige Ausweisung aus dem Regierungsbezirk Köln (1935/36) und seine erneute Gefangennahme im Anschluss an die Widerstandsaktion des 20. Juli 1944. Mit seiner Wiedereinsetzung zum Oberbürgermeister von Köln im Mai 1945 durch die Amerikaner konnte Adenauer erneut ein politisches Amt ausüben. Der Aufstieg zum Parteivorsitzenden und Bundeskanzler (1945 - 1949) folgten. Nach seiner Entlassung als Oberbürgermeister von Köln durch die britische Militärregierung am 6. Oktober 1945 und der Aufhebung des gleichzeitig verfügten Verbots politischer Betätigung macht Adenauer eine Blitzkarriere: 1946 wurde er Vorsitzender der CDU des Rheinlandes und der britischen Zone, Mitglied des Hamburger Zonenbeirats und Fraktionsvorsitzender im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Am 1. September 1948 wählte ihn der Parlamentarische Rat in Bonn zu seinem Präsidenten.

 


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