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Archiv der Kategorie 'crime TV'

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TV-Kolumnisten auf Abwegen!

Freitag, den 20. Januar 2006

crime TV reloadedAls crime TV Kolumnist verfolge ich natürlich mit großem Interesse auch die Kolumnen der Kollegen im Netz. So versuchen die Schreiber von Teleterror, Meine 5 Minuten Ruhm oder auch Weisheiten, um hier nur einige stellvertretend zu nennen, das TV-Geschehen mein eigener Meinung zu kommentieren. Dabei endet das allzu oft in Diskreditierung von Zuschauergruppen. So hat jeder dieser Kolumnisten seine spezielle Zielgruppe: Der Eine schießt sich in Regelmäßigkeit auf Arbeitslose und Hausfrauen ein, der Zweite führt unsere pubertierenden Kiddies als lebende Zombies vor und letzterer offeriert mit seinen Weisheiten den Puls der Zeit. Nicht das sie mich missverstehen: Ich schätze die Arbeit meiner Kollegen, die hier ihre Freizeit investieren. Ob ich sie deswegen gut finden muss, lass ich mal offen lassen. Gelungen finde ich Johannes Boss sendungsbewusstsein.

Fakt ist, egal welche TV-Kolumne Sie Online gern lesen, sie sollte meiner Meinung nach nicht auf Kosten der Zuschauer geschrieben sein. Bissig hin oder her! Eine gut gemachte Kolumne sollte immer offen und frei von Vorurteilen sein. Mit Behauptungen, dass "Telenovelas für depressive Menschen konzipiert seien", wird man wohl kaum die Lesergunst gewinnen können. Ebenso Hausfrauen und -männer als "Telefon-Call-In Zielgruppe" zu sehen, finde ich auch nicht gerade überzeugend. Ob jemand, der bei einer bestimmten TV-Sendung mitwirkt, deswegen gleich "zurückgeblieben" ist, mag ich auch nicht zu beurteilen. Und das Hain Saban Erfinder des DALLAS Themes ist, halte ich auch für ein großes Gerücht :) .

Sie sehen: Manchmal ist es gar nicht so einfach, anspruchsvollen Lesern gerecht zu werden. Nun ist es an Ihnen zu urteilen, was Sie lesen wollen. Ich für meinen Teil, werde auch in Zukunft weiter kritisch für Sie unterwegs sein und nicht auf jeden gut platzierten Marketing-Gag der Medienmacher reinfallen. Denn ein Format kann immer nur so erfolgreich wie sein Feedback darauf sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kritiker positiv oder negativ werten. Selbst eine Flop-Sendung wird dadurch zum Quotenhit gepuscht. Sobald man darüber spricht und schreibt haben die Vermarkter schon gewonnen – einer der einfachsten ökonomischen Grundsätze. Denken Sie mal in aller Ruhe kritisch drüber nach…

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Unabhängigkeit der Marktkonzentration

Dienstag, den 10. Januar 2006

crime TV reloadedEs ist schon erstaunlich: Seit Beginn der TV-Season 2005/2006 drängen immer mehr Seiten mit TV-Themen ins Netz. Neben etablierten Größen versuchen nun auch kleine Anbieter am Online-Markt mitzumischen. Könnte man zumindest meinen. Doch beim genaueren Hinsehen werden die neuen Seiten meist aus einer Hand ins Leben gerufen, Kooperationen mit anderen Webseiten geschlossen und ein Contentrecycling betrieben. So findet man dann auch all zu oft seitenübergreifend identische Inhalte.

Journalistisch betrachtet geht dabei die Unabhängigkeit und Individualität jeder einzelnen Webseite verloren. Das finde ich persönlich bedauerlich, denn interessierte User werden nur noch aus einem Pool mit Informationen versorgt. tvnewz.de strotzt diesem Trend und wird auch 2006 alles dafür geben, unabhängig zu bleiben und Akzente zu setzen. Mit innovativen neuen Ideen gilt es sich immer wieder neu zu erfinden "“ eben ganz wie die Fernsehmacher selbst.

Was den meisten Online-Redaktionen recht und billig, ist bei den großen TV-Sendern schon seit Jahren auf der Tagesordnung. Auch wenn man sich kaum erinnern mag: Im Entstehungsstadium der heutigen Fernsehwelt waren Sender und Programme weitestgehend unabhängig. Es ist wohl den Zwängen der Marktwirtschaft zu verdanken, dass anno 2006 wenig davon geblieben ist. Fernsehsender haben sich zusammengetan und existieren nur noch als Holding bzw. Group. Populärstes Beispiel ist wohl der Zusammenschluss von ProSieben und sat.1 zur ProSiebenSat.1 Media AG.

Und da wird es für crime TV interessant. Sicher ist auch Ihnen nicht entgangen, dass Axel Springer ProSiebenSat.1 Media übernehmen will. Nur hat man wohl bei der Kalkulation nicht die Rechnung mit der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) gemacht. Diese fordert einen unabhängigen Programmbeirat mit wirtschaftlicher Entscheidungskompetenz, um die Übernahme abzuwinken. Dazu muss man wissen, dass Axel Springer mit der BILD journalistisch bereits das wirtschaftliche Meinungsmonopol im deutschen Zeitungsmarkt hat. Die BILD ist das größte Boulevardmagazin Deutschlands und für Springer eine sprudelnde Geldquelle. Dass Axel Springer die Forderung der KEK als indiskutabel bezeichnete nun aber doch wieder verhandelt, ist also nicht verwunderlich. Der ProSiebenSat.1 Media Übernahme-Deal würde schließlich auch eine marktbeherrschende Stellung im TV-Sektor bedeuten.

Denn den deutschen Fernsehmarkt teilen sich eigentlich drei Große: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Bertelsmann als Anteilseigner der RTL Group und eben ProSiebenSat.1 Media unter der Nochleitung von Haim Saban und seiner Investorengruppe German Media Partners. Würde Springer nun die ProSiebenSat.1 Media AG übernehmen, wäre die Meinungsvielfalt der Medien in Deutschland faktisch ausgehöhlt und zugunsten Axel Springers verschoben. Ein Monopol im Zeitungs- und Fernsehmarkt für die KEK undenkbar. Deshalb legt die KEK den Maßstab für die Übernahme besonders hoch: Ein unabhängiger Programmbeirat mit wirtschaftlicher Entscheidungskompetenz, jedoch ohne Unternehmerrisiko, stellt für mich unter Berücksichtigung makroökonomischer Grundsätze eine nahezu unlösbare Aufgabe dar.

Deshalb frage ich mich, was die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich damit bezwecken will? Denn auch wenn die KEK nicht zustimmen sollte, kann Axel Springer noch auf einen Ministererlass hoffen. Will man sich hier einfach nur wichtig tun oder steckt doch vielmehr ein ernsthaftes Interesse am Erhalt der Medienvielfalt und Meinungsbildung in Deutschland dahinter? Man weiß es nicht genau. Fakt ist, dass die Unabhängigkeit der Fernsehsender längst auf der Strecke geblieben ist, egal wie nun entschieden wird. Hinter den Sendern sitzen längst große Wirtschafts- und Politiklobbys, die sich ihren Einfluss auf die TV-Medien nicht durch die KEK diktieren lassen werden…

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Jetzt erst recht, ich nix verstehen

Samstag, den 13. August 2005

crime TV reloaded Intro  – Nach fast 1 ½ Jahren Pause ist crimeTV nun endlich wieder zurück! Und eins darf ich Ihnen versprechen, wenn Sie schon die ersten zehn Ausgaben mochten, werden Sie von den Neuen begeistert sein! Lange genug mussten Sie ja auch auf eine Fortsetzung warten, wobei ich dann auch gleich beim Thema bin: Sicher ist es Ihnen aufgefallen: Bei der Vergabe von Titeln für internationale TV-Formate, die meist von Übersee kommen, setzen unsere Sprachgenies immer mehr auf die Globalisierung. Da macht man sich erst gar nicht die Mühe Titel zu übersetzen, sondern lässt sie einfach wie sie sind! Und nicht nur das: Auch die deutschen Sender-Slogans, sog. Claims haben nach "powered by emotions", "we love to entertain you" nun mit "good times" den absoluten Höhepunkt erreicht. Man geht wohl selbstgerecht davon aus, dass jetzt auch Oma weiß, was Phase ist, nachdem die Üfüs (Neudeutsch für "über fünfzig") in den vergangenen Jahren nicht protestiert haben.

Denn als Klassikersender, der nun keiner mehr sein will, sucht man sein Zielpublikum in der neuen Season ganz wo anders. Und das bei einer demographischen Entwicklung in der kabel eins & Co. eigentlich langfristig planen sollten. Was aber geschieht nun, mit den Außenseitern jenseits der 50? Man könnte nun einfach argumentieren, dass auch diese Zielgruppe mit der neu entdeckten Sprachkultur kein Verständnisproblem hat. Genau das scheint aber ein Trugschluss zu sein, denn Markanalysen anderer Branchen haben bereits das Gegenteil bewiesen. Warum also auf das Hören, was Experten schon längst als Realität erkannt haben – eine alternde Gesellschaft. Neben dem großen Tam Tam um die Pflichtquote für deutsche Musik im Radio will das Fernsehen nun also polarisieren? Medienkultur auf Abwegen oder doch bewusst gesteuert?

Oder ist es nicht vielleicht doch "nur" der fromme Wunsch nach ewiger Jugend im Fernsehen? Eine Frage die nur die Programm- und Image-Verantwortlichen beantworten können. Als Zuschauer mit knapp der Hälfte an Lebensjahren sollte mich diese Entwicklung eigentlich nicht weiter stören. Wenn ich irgendwann die relevante Zielgruppe verlasse, werde ich oben genanntes Problem wahrscheinlich nicht haben, da ich in der deutsch-amerikanischen Medienkultur von heute groß geworden bin. Was aber mach ich bloß, wenn der Wind sich dreht und wir Formate aus Ost- & Fernost importieren sollten? Denn zweifelsohne wird das Reich der Mitte mit einem Wirtschaftswachstum von jährlich ca. 14% zukünftig nicht ganz ohne Einfluss in Europa sein. Muss ich dann im besten Fall meine russischen Schulkenntnisse wieder rausholen oder gleich auf Chinesisch umsteigen? Mmm…

Dies ist nur eine der möglichen Zukunftsvisionen in meinem Kopf. Und da wird es interessant, denn die Globalisierung ist längst das wichtigste wirtschaftspolitischste Instrument. Eindrucksvoll wurde das ja bereits am Beispiel der deutschen Börse und seinem Vorstandschef Werner Seifert bewiesen. Deutschland unterliegt den Zwängen internationaler Marktwirtschaft. Nach Haim Saban und seiner Investorengruppe German Media Partners könnten auch andere Investoren aus Ost- & Fernost Interesse am deutschen, nebenbei bemerkt dem zweitgrößten, TV-Markt der Welt bekunden und investieren. Daher ist es vielleicht eine Überlegung wert sich zu fragen, warum RTL als Markführer mit "mein RTL" ein völlig anderes Sprachkonzept verfolgt? Und warum die öffentlich-rechtlichen Programme, die schon immer auf dieses Konzept setzten, in egal welcher Season gut positioniert sind?

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And the Oscar goes to…

Freitag, den 5. März 2004

crime TVBewegend wie immer: Auch in diesem Jahr hat die Academy alles gegeben – Stars hautnah, Mode on Mass, Glamour und "God bless America" mit fünf Sekunden Zensur! Hoffentlich einmalig erstmalig in dieser Kombination. Bereits im "Access to Oscar" mit Host Billy Crystel wird Michael Moore schön platt gewalkt. Dieser hatte im vergangenen Jahr mit den übersetzten Worten "Wir leben in einer Zeit, in der uns ein Mann mit frei erfundenen Gründen in den Krieg schickt. Schämen Sie sich, Mr. Bush, schämen Sie sich!" für Furore gesorgt. Nach diesem Statement wurde ihm kurzer Hand mit der lauten Oscar Abklangmusik das Wort zensiert. Oscar und Politik? Aber nein, wo denken Sie hin! Zeitversetzt wurde in den USA trotzdem gesendet. Ich bin mir ganz sicher, daran ist bestimmt nicht nur Janets Busen schuld gewesen… In Wirklichkeit liebäugelt der Oscar längst mit der Musikindustrie. Ein Trend, der auch Musiklegenden wie Annie Lennox zu neuem Ruhm verhilft. Mit dem Oscar in der Tasche ist ihr Marktwert wieder deutlich gestiegen. Glückwunsch Annie! Hast es dir verdient, auch wenn die Performance beim Oscar selbst nicht so toll war. Das Alles hat ja auch was Gutes, denn die "armen" Musiker müssen in den Zeiten von "Kazaa & Co." ja auch von was leben. Juhu, es lebe das 21. Jahrhundert.

Zurück zum Oscar: "The Lord of the Ring: Return of the King" war mit elf Nominierungen in diesem Jahr der unangefochtene Favorit. Zum ersten Mal in der Geschichte des Oscars wurde ein Fantasy-Film derart oft nominiert. Und obwohl "Fantasy" nach Regisseur Peter Jackson ein Wort mit "F" ist, wurde nicht zensiert, sondern gekürt: u. a. "Bester Film", "Bester Sound(track)" und "Beste visuelle Effekte". Insgesamt "heimste" der Film alle elf Oscars ein, und ist damit der "erfolgreichste Film aller Zeiten". Obwohl ich ein großer Fan der Oscars bin, muss ich zugeben, war ich dieses Mal ein bisschen gelangweilt von der The Lord of the Ring Monotonie. Zeitweilig habe ich sogar weg gezappt. Irgendwie fand ich das Interview auf CNN mit Sarah Jessica Parker (Carrie Bradshaw, “Sex and the City”) und Larry King interessanter.

Aber: Klar war es wieder Klasse Entertainment. Wenn schon Langeweile dann Bitteschön mit Lerneffekt, denn auch in diesem Jahr habe ich bei der Oscarverleihung etwas dazugelernt: Sie wollen wissen was? Erstens habe ich meine Englischkenntnisse verbessert, Zweitens weiß ich, dass nicht jeder in Hollywood mit Anke Engelke reden will, Drittens muss man hässlich geschminkt wie ein "Monster" sein, um Chancen auf den Oscar als beste Hauptdarstellerin zu haben (letztes Jahr musste sich Nicole ja auch erst ne Hakennase aufsetzen, um zu gewinnen :) ) und Viertens kenn ich jetzt den neuen Claim von abc! "Always be Closed" was soviel heißt wie "Immer geschlossen sein".

Fazit: Die Oscars bilden und auch in 2004 kann ich jetzt getrost die Oscar-Akte schließen. Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Jahr: Ich habe lt. Blake Edwards (gewann den "Oscar für das Lebenswerk") bei meiner Dankesrede 90 Sekunden Zeit, um mich bei Allen zu bedanken, wenn ich mal einen Oscar gewinnen sollte. Haha! Beim "Oscar für das Lebenswerk" muss ich ohnehin immer heulen. Kein Joke – noch bei der Dankesrede kullern mir die großen Krokodilstränen. Es ist einfach zu schön, wie die Amis ihre "alten Stars" mit Standing Ovations und dem Oscar ehren. Auch wenn es nur für 90 Sekunden ist. Einfach unvergesslich, traumhaft und liebenswürdig dieser Augenblick eben Hollywood. Es erinnert mich daran, wie vergänglich wir doch Alle sind und wie schnell die Zeit vergeht…

In eigener Sache:
Offiziell – Crime TV verabschiedet sich mit der heutigen Ausgabe von QuotenMeter.de! Ich danke allen Leserinnen und Lesern für das entgegengebrachte Interesse an meiner Kolumne. Die Verantwortlichen haben entscheiden, dass Crime TV eingestellt wird. Mit dem Ende verlasse ich das QuotenMeter.de Team und werde meine Zeit wieder mehr meinem Webprojekt tvnewz.de widmen. Surf doch gleich mal rein! Es hat sich viel getan. Und wer Crime TV schon jetzt vermisst, dem sei geschrieben, es geht weiter… vielleicht unter neuem Namen und Webprojekt. Stay tuned.

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Rückblick 2003 – das “crimed”

Donnerstag, den 1. Januar 2004

crime TVWenn ich so in die Access und Prime des TV-Jahres 2003 zurückblicke, fällt mir auf, dass sich das deutsche Fernsehen wesentlich verändert hat. Von "court" zu "crime" könnte man meinen. In keinem Jahr vorher wurde soviel gecrimed wie 2003. Und fast alle Sender haben sich mitreißen lassen. Angefangen bei der ARD: Mit "Adelheid und ihre Mörder" wurde wieder ordentlich beim Zuschauer gepunktet. Und das ZDF bedient den Zuschauer mit Crime Fakten à la "Aktenzeichen XY…" und "Auf der Spur des Verbrechens". RTL bilden fast die einzige Ausnahme: Hier wäre nur "Deutschland sucht den Superstar" zu nennen, was schon Verbrechen genug ist. Aber als crime-Moment festgehalten: "Jedem das Seine und mir das Meiste" – heißt es in einer Weisheit des Lebens, auch wenn diese historisch betrachtet, nicht ganz Koscher ist :blush: . Der Bällchensender sat.1 ist wie immer auch in 2003 mit seinen Erfolgsserien "SK Kölsch", "Wolffs Revier" und "Der Bulle von Tölz" am Start gewesen. Aber auch neue Eigenformate wie "Niedrig und Kuhnt" und "K 11" konnte sich der Zuschauer all "nachmittaglich" reinziehen. Auch wenn sich ProSieben bereits im März von Mystery-Crime "Akte X" mit der Finalseason verabschieden musste, wurde nachgelegt: "Without a Trace" und "ANATOMIE des Verbrechens" um nur zwei neue Formate zu nennen. Bleiben noch RTLII und VOX übrig. RTLII begrüßt die Zuschauer mit Sendungen wie "F.B.I. – Dem Verbrechen auf der Spur" und "Autopsie – Mysteriöse Todesfälle". Spitzenreiter mit den meisten Crimeformaten ist VOX: "Crossing Jordan – Pathologin mit Profil", "CSI – Den Tätern auf der Spur", "Medical Detectives – Geheimnisse der Gerichtsmedizin" und "Profiler". Auch wenn letztere Serie im Verhältnis alt ist, so läuft sie immer noch erfolgreich. Und es geht weiter – VOX hat bereits für 12. Januar 2004 den Start des Spin-Offs "CSI: Miami" angekündigt.

Als Zuschauer ist es nun meine Aufgabe zu entscheiden, ob ich das Alles auch in 2004 sehen will. Die breite Masse entscheidet, was läuft. Das wiederum bestimmt die Preise für die Werbung. Quantität steht vor Qualität. Und obwohl ich glauben will, dass die meisten Deutschen nicht an Geschmacklosigkeit leiden, wenn sie die Glotze anschalten, habe ich wenig Hoffnung, dass sich das Programm 2004 innovativ verbessern wird. "Crime" bleibt "Crime" daran wird sich auch im neuen Jahr nichts ändern. Es kommt nur darauf an, wie man es den Zuschauern vermittelt. Denn wir Alle wissen nicht, wer diese Shows guckt und was kann schlimmer sein, als jemanden zu inspirieren ein Verbrechen nach Vorlage zu begehen… Kinder und Teens sind leicht beeinflussbar wie ich selbst feststellen musste – Auf die Frage "was machen wir gerade", antwortete mir meine kleine Cousine: "Wir spielen sich gegenseitig erwürgen!" Mmm…

Mit den besten Wünschen für 2004!

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Advent, Advent mein Fernseher brennt

Dienstag, den 9. Dezember 2003

crime TVEine gute Woche ist es her, da habe ich nicht schlecht geguckt, als ich die "No Angels" als Co.-Moderation bei der Verleihung des Bambis 2003 gesehen habe. Obgleich ich persönlich nichts gegen die sie habe, ging mir das "Gekicher der Vier" mächtig auf den Senkel. Für den wichtigsten Medienpreis den Deutschland zu vergeben hat, wenig ehrwürdig und einfach nur nervig. Und dabei bin ich mit meinen 24 bestimmt nicht spießig. Jedenfalls habe ich mehr Durchblick als die Fernsehmacher, wie mir scheint. Oder ist das Alles kalkuliert? In der letzten Ausgabe von Crime TV stelle ich die Frage: Medienkonsum, wie meinen? Heute muss ich fragen, wie viel kann ein Zuschauer davon vertragen, bevor er ins Koma fällt, und die Sicherungen des Fernsehers durch knallen?

Eines kann ich Ihnen sagen, bei Alexanders Laudatio für Dieter Bohlen hat mein Fernseher schon gequalmt und ich hab mich drauf eingestellt, dass ich am ersten Advent ohne Fernseher dastehe. Rettungsanker war da nur die Fernbedienung. Doch da habe ich mich wohl zu früh gefreut, denn als ich zurück gezappt bin, hat der Dieter seine "lebe Deinen Traum" Dankesrede gehalten. Was noch mehr Daniel Kübelböcks? Aaah!!!! Mensch, Dieter muss das sein? Ich meine, mit dem Lorenzo hast Du uns doch wieder so`n "warmes Herzle" nach oben gepushed. "Tuffig schnuffiger" kann man sich als Mann wohl kaum vorführen. Sie werden sehen, der wird Superstar. Ich glaub, ich versteh Deutschlands TV-Welt nicht mehr…

"Mensch, Show-Business, kurz Showbiz nennt man das!" Ach so, gut zu wissen ich dachte schon, die Fernsehmacher wollen mich jetzt ganz und gar verschaukeln. Dabei ist es doch einfachste Marketingstrategie: Je unterschiedlicher die Kandidaten, je größer der Erfolg. So hat jeder Zuschauer die Chance sich mit seinem Superstar zu identifizieren. Exzentriker liegen da sowieso ganz vorn. Je flippiger je mehr teenage kompatibel. Und die, die jetzt schon ganz oben sind, sind Showevent bei der Bambi-Verleihung und können ihre aktuellen Singles promoten. Genau so geht es und dann klingeln auch die Kassen… Alles klar?!

Und der Zuschauer wird übergangen? Bitte beantworten Sie die Frage für sich selbst."Jopie" Heesters musste erst 100 Jahre alt werden, um das goldene Bambi-Reh sein Eigen nennen zu dürfen. Damit wurde sein Lebenswerk geehrt. Seine Karriere hat er sich selbst hart erarbeitet: Von kleinen Theatern, Tingle-Bars und Cabarets zur großen Ufa, der 30er und 40er Jahre – ein weiter beschwerlicher Weg ohne "ebnenden" Topproduzenten…

Hingegen TV-Zöglinge aus SOAPs und Casting-Shows: Sie bekommen mit gerade mal 23 Jahren das Bambi, wie Yvonne Catterfeld für ihre bis jetzt einzige Hitsingle "Für Dich" und damit Newcomerin 2003. Relativiert betrachtet, sehe ich das wie Westernhagen. Ist es denn nicht vielmehr Glück, wenn man von einem Produzenten wie Dieter Bohlen entdeckt, seine Songs singt und Erfolg hat? Der Erfolg ist doch dann keine eigene ehrenswürdige Leistung für den bedeutendsten deutschen Medienpreis, oder?

Advent, Advent mein Fernseher brennt… na ja, kein Wunder bei dieser Überlast von Medienkonsum. Bloß gut, dass Konsumgüter irgendwann aufgebraucht sind.

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Medienkonsum, wie meinen?

Samstag, den 22. November 2003

crime TVGlaubt man der neuen Nielsen Studie aus den USA, ist das Medium "TV" besonders gefährdet. Die zielgruppenrelevanten Männer im Alter von 18 bis 34 leben mit der Flimmerkiste in Zölibat, so das Ergebnis. Da stellt sich für mich natürlich die Frage, ob Männer grundlegend andere, vielleicht höhere, Maßstäbe an das Fernsehen stellen? Fakt ist, dass Männer rund 2 ½ Stunden täglich vor dem TV verbringen. Bei Frauen liegt der Wert bei mindestens 3 Stunden nach neuesten Marktforschungsanalysen aus Deutschland. Sie sehen, ein durchaus relevantes Verhältnis zu den USA. Dort konsumieren die Frauen inzwischen 3mal so viel "TV" wie die Männer.

Woran liegt das? Schauen die Geschlechter so verschieden fern? Blicken wir doch mal aufs Programm: In den USA liegen CSI, Friends und Survivor als die besten Drei ganz vorn. Auch wenn es keine direkten Zahlen für Deutschland im Vergleich gibt, denke ich, müssten Wetten dass..?, Wer wird Millionär? und DSDS die Quotenrenner sein. Wenn ich mir jetzt so die Top 3 angucke, schalte ich persönlich eigentlich nur ab und an Wer wird Millionär? ein. Selbst CSI und Friends können mich nicht wirklich vom Hocker hauen. Von DSDS ganz zu schweigen. Ähnlich müssten es wohl auch die US-Männer sehen, wenn sie zur Primetime einfach die Glotze auslassen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass niemand mehr nachvollziehen will, dass es bspw. für eine einzige Friends Episode 1,25 Mio. US-$ für jeden Darsteller gibt. "Mann" versteht die Relevanz nicht mehr.

Frauen scheint das hingegen wenig zu interessieren. Fleißig wird eingeschaltet und das auch noch um jeden Preis! Denn unfreiwillig wird der Werbepreis damit in die Höhe getrieben. Selbst NBC Entertainment Chef Jeff Zucker gesteht: Our shows `sucked` was man frei mit "unsere Shows taugen nichts" übersetzen kann. Wohlgemerkt, meint er damit auch die teuerste TV-Produktion aller Zeiten: Friends. Das Durchschnittsalter der Friends Zuschauer liegt bei 37 Jahren und hat damit die Werberelevanz klar verfehlt. Zufall? Sicher nicht, doch was soll man machen, wenn die Männer genug vom Fernsehen haben. Aber solange die Frauen noch gucken… Friends soll natürlich nur ein Beispiel für die fragwürdige TV-Entwicklung sein. Es gibt noch genügend andere Shows, die ein ähnlich prägnantes Beispiel angeben würden.

Am Ende bleibt nun die Frage nach dem "Medienkonsum"? Wenn Sie mich fragen, allein das Wort müsste schon zum "Unwort des Jahres" gewählt werden. Das klingt gerade so, als ob Medien wie das Fernsehen, ein lebenswichtiger Bestandteil wären. Den wirklichen Problemen wie Krieg und Hunger in der ganzen Welt wird hingegen nicht soviel Aufmerksamkeit geschenkt. Wo gibt`s denn so was? – na bei den Erbsenzählern. Die haben den ganzen Tag nichts Besseres zu tun, als unseren "Konsum an Unterhaltung" in statistischen Zahlen auszuwerten. Das ist crazy. Ich weiß, tvnewz.de beschäftigt sich auch mit TV, doch sollte man bitteschön auch nicht den Bezug zur Realität verlieren.

Fernsehen ist und bleibt Entertainment. Für den Einen mehr für den Anderen weniger. Auch das Interesse am TV als Informationsquelle kann und sollte nicht so groß sein, dass wir vergessen, um was es eigentlich "nur" geht: Medienkonsum. Wenn wir schon konsumieren, sollten wir auch Spass und Entspannung beim Fernsehen haben, nicht aber auch noch eine akribische Statistik über das TV-Verhalten von Weib- und Männlein führen… Deshalb von mir völlig zu recht nachgefragt Medienkonsum, wie meinen? Ich bin gespannt, was Sie dazu meinen und freue mich über Ihre konstruktiven Zuschriften.

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Merchandise ist Alles, oder?

Montag, den 3. November 2003

crime TVNun, um diese Frage zu klären, sollten wir erst einmal wissen, wofür Merchandise im TV steht, nachdem wir das TV-Programm ja schon beäugt haben: Ganz allgemein betrachtet, ist Merchandise jede Form von Handelsware, die es zu einem (TV)-Produkt auf dem Markt gibt. Das mag jetzt ein bisschen wissenschaftlich klingen, ist es aber eigentlich gar nicht. Nehmen wir doch einmal unseren TV-Superhelden Dieter Bohlen als Beispiel. Ohne lange zu überlegen fallen mir sofort drei Werbeverträge ein: Müller, O2 und MakroMarkt. Und so wie sich Herr Bohlen strategisch verkauft, verkauft sich auch das TV-Programm!

Dabei spielt Qualität nicht so die Hauptrolle. Oder könnten Sie mir sofort eine Primetime Sendung nennen, die Sie so "anmacht", dass Sie sie jede Woche einschalten? Stimmt die Quote, stimmen folglich auch die Werbepreise. Ganz einfach nach dem Prinzip: Gute Quote = hohe Preise vs. schlechte Quote = niedrige Preise. So einfach ist das zumindest im Privatfernsehen. Doch inzwischen scheint dieses Konzept wohl nicht mehr ganz aufzugehen. Mit immer neuen Methoden wird versucht, den Zuschauer ans Programm zu binden. Besonders die Casting-Shows verlangen uns Zuschauern, sofern wir sie denn gucken, ein Höchstmaß an Konzentration und Kleingeld ab. Warum? Konzentration wird uns abverlangt, wenn wir bspw. via Telefon voten sollen. Eine Kraftanstrengung, die nicht jeder von uns hat, wenn der Alltag mal wieder stresst. Denn eigentlich haben Sie ja schon die letzte "Special" Sendung zur unmöglichsten Sendezeit verpasst und heute sind Sie auch noch vorm Fernseher eingeschlafen… So`n Mist aber auch, denn Sie wollten gerade zum Hörer greifen…

Sie geloben Besserung und nehmen sich fürs nächste Mal vor, konzentrierter an die Sache ran zu gehen. Aber Moment, da war doch noch was… Mmm, ach genau für eine Klausur zu lernen, (die arbeitende Nation, Ihr Chef will bis morgen Ergebnisse sehen). Ziemlich gestresst gehen Sie nun zu Bett. Ihr Casting-Favorit wurde eben raus gekickt (wahrscheinlich weil Sie nicht angerufen haben). Im Bett entschließen Sie sich wenigsten die CD zur Show zu kaufen. Denn es kann ja nur einer "Das Duell" gewinnen. Nur einer kann Deutschlands Superstar werden, und bei den Popstars die Girls oder Boys gewinnen. Bloß dann möchten Sie auch bitteschön mehr Taschengeld sehen (und Ihr Chef sollte ruhig mal an eine Finanzspritze denken).

Sie sehen, auch wenn ich nie solche Shows gucke, bin ich informiert. Die Nachrichten zur besten Sendezeit haben es mir gezeigt was Trend ist. Sogar einstige Info-Magazine wie "stern TV" müssen sich dieser rasanten Entwicklung des Merchandise im TV beugen. Oder machen die das etwa freiwillig, um auch zu verdienen? Grübel, grübel. Es ist gar nicht so schwer Merchandise im TV zu erklären, wenn man nur genau hinguckt.

Auf die Frage ob Merchandise nun Alles ist, kann ich locker flockig antworten: JA, denn ich habe den Beweis erbracht. Auch wenn Sie das jetzt nicht so sehen, ist es gut, dass wir mal drüber gequatscht haben. Es lebe "Crime TV"! Ja ha, und ich werde jetzt sogar schon zur Daytime eingeladen, Geld zu gewinnen! Sie auch? Ich muss nur eine SMS mit der richtigen Antwort zur Serie/Show schreiben. Das diese dann mal eben 49 Cent kostet, ist doch Nebensache. Hauptsache ist, ich habe meine Chance auf einen Gewinn genutzt. Denn warum sollen immer die anderen "Superstars" werden und schnelles Geld verdienen? Fragt sich jetzt eigentlich nur noch, wer gewonnen hat, die Fernsehsender oder ich…

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